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Vom richtigen Umgang mit dem Vordruckalbum

Markenfelder nicht überbewerten

Neulich auf einer Tauschveranstaltung: Zwei Sammler loten ihre Tauschmöglichkeiten aus. Auf die Frage des einen Philatelisten, ob der andere gewisse b-Varianten einiger Marken seiner Sammelgebiete besitze, entgegnete dieser, er habe die Vordruckfelder in seinem Album bereits belegt und sei deshalb an weiteren Marken der betreffenden Katalognummern nicht interessiert. Er werde aber eine Aufstellung der Katalognummern derjenigen Marken fertigen, deren Felder im Album noch leer seien. Diese Felder wolle er gerne füllen.

Briefmarken Spiegel BMS 6/2009

So oder ähnlich verlaufende Gespräche sind unter Sammlern sicher nicht selten. Sie machen deutlich, dass für viele Philatelisten das Bestreben im Vordergrund steht, die leeren Felder des Vordruckalbums, deren Anblick jeweils ein Ärgernis ist, zu bestücken. Postwertzeichen, für die keine Felder (mehr) vorhanden sind, stoßen oft auf wenig Gegenliebe. Der Sammler weiss nicht wohin mit solchen Wertzeichen und will sich deshalb damit nicht belasten. Ist sein Album belegt, hat er sein Ziel erreicht. Allerdings sieht seine Sammlung dann kaum anders aus als die anderer Philatelisten mit Vordruckalbum. Allenfalls bei gestempelten Exemplaren bringen unterschiedliche Entwertungen etwas Individualität in die zusammengetragenen Schätze.

Das Vordruckalbum als Fetisch

Durch so ein stures Verhalten wird das Album gleichsam zum Fetisch. Es blockiert die philatelistische Entfaltung, indem es die Aktivitäten des Sammlers wie auf Schienen steuert. So wichtig das Vordruckalbum für die Mehrzahl der Philatelisten auch sein mag, da es eine ansprechende und recht sichere Unterbringung der Marken ermöglicht und zudem die Vollständigkeitskontrolle erleichert, darf es doch nicht zum einengenden Korsett werden. Der Sammler muss also die Grenzen eines solchen Albums erkennen und souverän damit umgehen. Er kann dessen Vorteile nutzen und die Nachteile flexibel vermeiden.

Individuell durch Blankoblätter

Auf Blankoseiten, die jeder Albumhersteller anbietet, lassen sich all jene Objekte unterbringen, für die auf den Vordruckseiten keine Felder vorhanden sind. So kann man die Sammlung ausbauen und abrunden, etwa mit Druck-, Farb-, Wasserzeichen-, Papier- und Bogenrandvarianten, mit Einheiten (Pare, Viererblocks usw.), mit Briefausschnitten und mit Belegen aller Art. Eine solche Sammlung wird individuell, unverwechselbar. Sie stachelt ständig den Spürsinn des Sammlers an und wird nie langweilig. Darin bestätigt sich die alte Philatelistenweisheit, dass der Weg das eigentliche Ziel ist.

Eine Unart

Eine Unart ist es, Bogenränder zu entfernen oder nach hinten umzuschlagen, damit die Marke nicht über das Vordruckfeld hinausragt. Hier lassen sich andere Wege finden, vor allem in Gestalt der bereits erwähnten Blankoblätter. Zudem gibt es längst Albensysteme, bei denen auch für Bogenränder ausreichend Platz ist.

Mahnung und Ansporn

leere Felder in einem Vordruckalbum sollten nicht als Ärgernis, sondern als stete Mahnung und Ansporn gesehen werden. Zudem muss sich der Sammler bisweilen damit abfinden, dass manche Pretiosen für ihn unerreichbar sind - etwa die 3 Pfennig sachsen. Ob er dies als unabänderlich hinnimmt oder die Lücke aus der Not heraus mit einem deutlich billigeren Stück, das Erhaltungsmängel hat, füllt, muss jeder für sich entscheiden.

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