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Die Numisbriefe der DDR

Nur elf waren amtlich zugelassen

Vergleichsweise häufig trifft man - beispielsweise im Internet - auf widersprüchliche Angaben zu den Numisbriefen der Deutschen Demokratischen Republik

aus BMS 2/2010 (Briefmarken Spiegel)

Zunächst ist festzuhalten, dass es lediglich elf DDR-Numisbriefe gibt, die tatsächlich amtlich zugelassen waren. Dies waren im Einzelnen:

  • Nr. 1 (NB 1) vom 16. Januar 1987: 750 Jahre Berlin (Kirche)
  • Nr. 2 (NB 2) vom 25. Juni 1987: 750 Jahre Berlin (Weltzeituhr)
  • Nr. 3 (NB 3) vom 8. September 1987: 750 Jahre Berlin (Rotes Rathaus)
  • Nr. 4 vom 9. August 1988: XXIV. Olympische Spiele 1988
  • Nr. 5 (NB 4) vom 20. September 1988: Schiffercompanie Stralsund
  • Nr. 6 (NB 5) vom 4. Oktober 1988: Solidarität
  • Nr. 7 (NB 6) vom 21. März 1989: Thomas Müntzer (Nr. 1)
  • Nr. 8 (NB 7) vom 4. April 1989: Erste Deutsche Ferneisenbahn
  • Nr. 9 (NB 8) vom 22. August 1989: Thomas Müntzer (Nr. 2)
  • Nr. 10 vom 3. Oktober 1989: 40 Jahre DDR
  • Nr. 11 (NB 9) vom 6. März 1990: Museum für Deutsche Geschichte

Ein zwölfter amtlicher Numisbrief (vom 28. August 1990, 500 Jahre Postwesen) war zwar fertiggestellt, gelangte aber als offizielle Ausgabe nicht mehr in den Handel.

Häufig werden diese elf amtlichen Numisbriefe in Angebotslisten oder Posten mit inoffiziellen vermischt - manchmal auch mit sogenannten halbamtlichen. Gelegentlich werden auch Numisbriefe mit rückseitigen Freimachungen, Versicherungshinweisen und ähnlichem gesichtet. "Dies sind Machwerke zum Schaden der Sammler und des Postwesens beider deutscher Staaten."

So sei etwa die rückseitige Freimachung der offiziellen DDR-Numisbriefe generell untersagt gewesen. Das Postministerium habe diese nie genehmigt. Die Rückseite diente vielmehr der Angabe des Absenders - nachzulesen in der jeweils gültigen Postverordnung der DDR.

Zur Beförderung ist zu sagen, dass sich die Auslieferung der amtlichen Numisbriefe oft um bis zu sechs Monate verzögerte. Briefe mit einem Stempelverzug von bis zu anderthalb Jahren können als normal gelten. Dies werde offenbar häufig falsch interpretiert.

Die künstliche Abwertung der Numisbriefe der DDR durch Händler und Katalogverlage ist unverständlich und beruht offenbar auf Unkenntnis der Sachlage und der jeweiligen Gegebenheiten. Die geringe Auflage spricht für sich. Schließlich gebe es nur einen postalisch gelaufenen Satz der elf Briefe.

9 oder 11 Numisbriefe?

Die mit NB gekennzeichneten Numisbriefe sind die 9 Numisbriefe, die im Katalog für Numisbriefe DDR Berlin 2005 von Peter Tichatzky und Peter Fischer stehen. Nach Anruf des Verfassers des Artikels bei mir, versicherte er mir, dass er von den 11 genannten Numisbriefe je einen mit der Post der DDR versendetes Exemplar hat. Der 12. wurde von der Post der DDR zur Beförderung abgelehnt.

Ob 9 oder 11 - auf jeden Fall nicht 12!

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