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Die Funktionen der Wertstufen

DDR-Dauerserien Fünfjahrplan I und II

BMS 4/2010 (Briefmarken Spiegel)

Die beiden umfangreichen DDR-Dauerserien "Fünfjahrplan I und II" sind hinsichtlich der Funktion der einzelnen Wertstufen zum Zeitpunkt des Erscheinens heute manchem Sammler ein Rätsel. Dis gilt freilich nicht für die gängigsten Sendungsarten, also für die Drucksache bis 20g (6 Pfennig), die Fernpostkarte (12 Pfennig), den Fernbrief bis 20g (24 Pfennig), den Auslandsbrief bis 20g (35 Pfennig), den Fernbrief bis 250g (48 Pfennig) und den eingeschriebenen fernbrief bis 20g (84 Pfennig).

Die Marken zu 1 Pfennig konnten als Einzelfrankatur nicht verwendet werden. Sie dienten in Fortführung der Vorkriegstradition als Ergänzungswerte. Die Wertstufen zu 5 Pfennig eigneten sich für Auslandsdrucksachen zu ermäßigter Gebühr (je 50g) und sind als Einzelfrankatur aus der Zeit vor dem 1. Oktober 1954 recht selten zu finden. Sie konnten nach den Portosenkungen an diesem Tage als Einzelfrankatur auf Drucksachen bis 50g verklebt werden und wurden dadurch zu Standardwerten der Deutschen Post.

6 Pfennig kostete bis zum 30. September 1954 eine Drucksache bis 20g, 8 Pfennig eine Drucksache bis 50g. 10 Pfennig war das Porto für eine Ortspostkarte und für folgende Sendungen bis 50g im Auslandspostverkehr: Drucksache, Geschäftspapiere, Warenprobe und Mischsendung.

16 Pfennig waren für einen Ortsbrief bis 20g zu entrichten, 15 Pfennig für Geschäftspapiere, Waren- und Mischsendungen bis 100g, 20 Pfennig für eine Postkarte ins Ausland. Zudem kostete die Zusatzleistung "eigenhändig" 20 Pfennig. 25 Pfennig war das Porto für Geschäftspapiere, Waren- und Mischsendungen bis 250g, 30 Pfennig für eine Luftpostkarte ins europäische Ausland, ab 1. Oktober 1954 für einen Ortsbrief bis 500g, 40 Pfennig für einen Ortsbrief bis 500g und für eine Luftpostkarte in die "Übersee"-Länderzone 1 (Algerien, Azoren, Libyen, Marokko und Tunesien).

Auf 60 Pfennig belief sich das Porto für eine Drucksache bis 500g und für einen Ortsbrief bis 1000g. Zudem kostete die Einschreibgebühr 60 Pfennig. Für 80 Pfennig konnte der Postkunde einen Fernbrief bis 500g oder ein Päckchen versenden. Zudem fielen für die Eilzustellung im Ortsbereich 80 Pfennig an, zusätzlich zum Grundporto der Sendung.

Mit den Portosenkungen im Inlandspostverkehr ab 1. Oktober 1954 verloren die Werte zu 6, 8, 12, 16, 24, 48, 60 und 84 Pfennig weitgehend ihre Funktion. Sie wurden deshalb mit dem reduzierten Porti überdruckt und anschließend mit geänderten Nennwerten neu herausgegeben. Zwar waren die Wertstufen zu 10, 15, 20 und 40 Pfennig mit anderen Motiven und Farben bereits vorhanden, jedoch passte die Post die vertrauten Motive und Farben für die bisherigen Portostufen der neuen Funktion an. Die Nennwerte zu 50 und 70 Pfennig gab es vorher nicht.

Als dann auch das Porto für Auslandssendungen am 1. Oktober 1956 gesenkt wurde (Postkarten von 20 auf 15, Briefe bis 20g von 35 auf 25 Pfennig), standen dafür Dauermarken bereits zur verfügung.

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