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Album pfui = Marken pfui?

Aufmachung und Inhalt einer Sammlung

aus Briefmarkenspiegel 8/2010

Wer als Kaufinteressent Briefmarkensammlungen besichtigt, um sich ein Bild von deren Substanz zu machen, befasst sich zuerst mit dem Album, also der äußeren Aufmachung. Dieser Einstieg ist zwar nicht ausschlaggebend, aber doch recht wichtig für die Einschätzung der Qualität des Objektes. Hier werden die ersten Weichen für das Urteil "Ja oder Nein" gestellt.

Fällt der erste Eindruck negativ aus, bedarf es schon einiger positiver Gegengewichte, um zu einem für den Kaufentschluss günstigen resultat zu kommen. Im ungünstigsten Fall bricht der Interessent die Besichtigung frühzeitig ab, da er sich von der Sammlung nichts verspricht und keine weitere Mühe investieren will.

Es ist erschreckend, wie lieblos oft mit Vordruckalben umgegangen wird, die doch in der Anschaffung teuer sind und schon aus diesem Grunde sorgfältig behandelt werden sollten. Sie stellen neben den darin enthaltenen Marken durchaus einen Wertfaktor dar, den es zu beachten und zu pflegen gilt. Da findet man unsorgfältig geschnittene Klemmtaschen, was vor allem bei schwarzem Untergrund unangenehm auffällt. Bisweilen sind sogar auf einer Seite Taschen mit schwarzem und mit transparenten Untergrund kombiniert worden. Um weitere Marken unterzubringen, werden sie neben den Vordruckfeldern befestigt und stören den Gesamteindruck. Sie lassen sich oftmals nicht ohne Beschädigung des Albumkartons entfernen.

Viele Sammler packt in ihren Alben die wahre Schreibwut. Sie notieren unter den Wertzeichen die Katalognummer, den Katalogwert und manche andere banale Dinge. Geschieht dies nicht mit einem weichen Bleistift, gibt es Probleme, die Notizen zu entfernen. Das Album ist dann arg gezeichnet. Deshalb sollte sich der Philatelist bei seinen Vermerken auf Hinweise beschränken, die für die Einschätzung der Sammlung wirklich wichtig sind - etwa auf abweichende Wasserzeichen, Plattenfehler, Papier-, Farb- und Zähnungsvarianten, Abarten und so weiter. Auf diese Weise beugt er der Gefahr vor, dass solche wertsteigernden Besonderheiten übersehen werden und nicht in den Kaufpreis einfließen.

Die Erfahrung lehrt zudem, dass Alben, die vom Äußeren her negativ auffallen, nicht selten auch vom Inhalt her enttäuschen. Wie der Sammler mit seinen Alben umgeht, so hält er es eben auch mit den Marken. Da wird wenig auf Qualität geachtet. Verfärbte und verstempelte Stücke, Knochen mit Knicken, Einrissen, dünnen Stellen und Zahnfehlern - alles wandert völlig unkritisch in die Sammlung, damit die Vordruckfelder belegt sind. Dabei sit es unerheblich, ob es sich um seltene oder um gängige Stücke handelt. Der Papierkorb ist bei einem solchen Qualitätsverständnis fast funktionslos.

Unschön ist es auch, wenn die Albumseiten überladen sind, wenn der Sammler etwa auf Blankoseiten zu viel Material unterbringt. Das Auge des Betrachters wird durch eine solche Markenfülle auf engstem Raum überfordert und ermüdet schnell. Damit wächst die Gefahr, dass seltene Stücke übersehen werden. Das wirkt sich dann ungünstig auf den Kaufpreis aus. Der Sammler sollte seine Schätze deutlich hervorheben, also mit dem Pfunde wuchern. Das ist letztlich kaum anders als etwa beim verkauf eines Autos, das man optisch optimal präsentiert - kauft das Auge doch stets mit!

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